Prothese Magazin #3 | Unmöglichkeit


Editorial

Alles, was ist, könnte auch anders sein. Alles Seiende ist bloß momentaner Ausdruck von Möglichkeit, dem ein Zwang zum Wechsel inhärent ist. Überall schreit es uns an: nichts ist unmöglich, es gibt nur Möglichkeitsräume.

Und doch begegnet man dem Äußeren dieser Räume lebensweltlich permanent. Das Unmögliche scheint so allgegenwärtig wie die Kontingenz des Seienden selbst. Unmöglich wäre es selbst, all das zu zählen, was uns durch Unmöglichkeit verstellt ist. Erweist sich nicht die Grenzenlosigkeit der Möglichkeiten schließlich selbst als Form der Unmöglichkeit?

Bei unendlichen Möglichkeiten wird das Konkrete bis zur Unmöglichkeit unwahrscheinlich. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Unmöglichkeit selbst als eine ermöglichende Kraft gedacht wird. Erst das Unmögliche ermöglicht Begehren, Erkenntnis, Kommunikation und Gesellschaft. Von der Unmöglichkeit geht ein Sog aus.

 

In der dritten Ausgabe des Prothese Magazins versammeln wir Arbeiten, die sich an den Rändern der Unmöglichkeit versuchen. Wir danken Herrn Prof. Dr. Sönke Ahrens für seinen Gastbeitrag zum Thema Produktive Unmöglichkeiten. Über die Möglichkeitsbedingung von Erkenntnis.