Release Party Prothese Magazin – Ausgabe 2

Freunde, Komplizen, Kollaborateure!

Wir freuen uns, euch die zweite Ausgabe der Prothese zum Thema „Wiederholung“ präsentieren zu können.

Und in diesem Sinne: Lasst mit uns (wieder) die Kronkorken knallen, dass es durch die nächtlichen Straßen hallt.

Wir laden euch mitsamt eurem Gefolge am 03.11. um 20 Uhr ins Westwerk zu Trank und Tanz.

Der Eintritt ist kostenlos. 
Für 5 € gibt es das Magazin und das erste Getränk gratis dazu.

Wir freuen uns auf euch!
Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/209034586302557/
https://www.facebook.com/prothesemagazin/
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Musik:
Lifka, ACP, adren.alin, Haiko Nahm (Vinka Katt)
https://www.facebook.com/vinkakatt/


Rose is a rose is a rose is a rose

Redundanzen sedimentieren Formen. Jede Form, jedes Zeichen, Symbol oder Bild ist darum notwendig immer die Repräsentation seiner selbst. Ohne Wiederholung also keine Wahrnehmung, keine Artikulation, kein Ausdruck und kein Eindruck. Was immer es geben mag, Existenz, Welt als solche, ist das Produkt einer Kette der Repetition, der Reproduktion und der Zitation. Wenn das wahr und schlüssig ist, was stand am Anfang dieser Ketten? Kann es eine ursprüngliche Wiederholung gegeben haben als letzten Grund? Oder lauert im Modus der Wiederholungen, entgegen seinem Versprechen festen Boden zu geben, der Krieg der Formen gegen sich selbst?

 

Noch bis Sonntag stellen viele junge Künstlerinnen und Künstler zum Thema Wiederholung in der Galerie Speckstraße aus. Kommt vorbei!

Wir stellen uns vor - Magfriday bei Gudberg Nerger am 20.01.2017

Am Freitag ist Magfriday und wenn ihr Lust habt werden wir euch bei Gudberg Nerger (Poolstraße 8) unser Magazin Prothese vorstellen.

Anschließend wird es eine Diskussion geben. 

 

Wir freuen uns auf euch. 

Deutschland

Das Ende der Welt

Apokalypse-Stimmung wohin man sich wendet. Nur mein REWE um die Ecke ist noch „jeden Tag ein bisschen besser“. Jede Woche aufs Neue wird uns das Ende der Welt prophezeit: Das u.s.-amerikanische Zeitalter sei mit Trump vorbei, die EU sei mit dem Brexit Geschichte, der Klimawandel werde unsere Welt zerstören. 

Der Narzissmus, der darin enthalten ist, die heimliche Freude, schreit uns in den Medien an: Sie sagen uns, was wir wissen wollen: Wir seien die letzten (noch?) glücklichen Menschen. Weltuntergangsfilme waren schon immer hoch im Kurs. Heute gibt es sie überall umsonst.

 

„Where everything is bad

it must be good

to know the worst“

- Francis Herbert Bradley (30 January 1846 - 18 September 1924) 

 

Natürlich ist das nicht wahr. In der Empörung über einen Zustand wohnt schon der Wille zur Veränderung inne. In der Empörung liegt schon die Wende, liegt schon der veränderte Zustand, fehlt schon der Grund zur Empörung. Doch viel zu schön ist die Weltangst. Viel zu gemütlich die Vorstellung, man würde nach seinem Tod sowieso nichts Gutes verpassen: „Mit mir endet die Welt“.  

 

In Wahrheit endet mit mir nur meine Welt. Wann kommt sie denn völlig an, die Krise? „Niemals!“ ist die Antwort von Ulrich Beck (er Ruhe in Frieden) und damit hat er hoffentlich Recht. Die Krise wird antizipiert, damit sie nicht eintritt. 

 

Natürlich passiert Schreckliches, natürlich ist immer Schreckliches passiert. Was wären wir ohne Schreckliches? Arme Wesen ohne Aufgaben! Der Planet dreht sich weiter und der nächste Präsident kommt. Nur eines kommt nicht: Die Apokalypse, das absolute Ende der Welt. So schön die Vorstellung auch sein mag, nach seinem Tode nichts zu verpassen.

 

Müde klatscht es aus der Regie. „Bravo. Toll. Aber was sind daraus die Konsequenzen? Sollen wir jetzt alle happy sein, dass wir jeden Tag was zu beißen haben, wie die Esel?“ 

Die Antwort lautet: Ji-ah! Und das ist auch noch jeden Tag ein bisschen besser. 

Das Ende der Welt - Art W. Krüger